Wirtschaft

Lebensmittelrückrufe haben sich seit 2013 verdoppelt

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Immer häufiger rufen Hersteller Lebensmittel zurück, meist wegen Verunreinigungen oder Fremdkörpern. Oft geschehe dies vorsorglich, sagt der Handel.

Fleisch und Milchprodukte werden besonders häufig zurückgerufen.

Die Zahl der Lebensmittelrückrufe hat sich in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Das zeigt eine Auswertung des Internetportals Lebensmittelwarnung.de, die dem Tagesspiegel vorliegt. Von 75 Warnungen vor gefährlichen Lebensmitteln im Jahr 2013 ist die Zahl der Fälle bis zum vergangenen Jahr auf 186 gestiegen. In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben die Behörden bereits 40 neue Meldungen erfasst.

Unternehmen müssen Produkte zurückrufen, wenn sie unsicher sind. In den meisten Fällen handelt es sich um mikrobiologische Verunreinigungen und um Fremdkörper wie Glas-, Metall- oder Plastiksplitter. Besonders häufig betroffen sind Fleisch- und Fleischerzeugnisse, gefolgt von Milch und Milchprodukten. Nach Angaben des Bundesernährungsministeriums unter der Leitung von Julia Klöckner (CDU) gibt es pro Monat rund 250.000 Zugriffe auf das Portal von rund 150.000 Besuchern.

Im Lebensmittelhandel führt man den Anstieg nicht zuletzt auf einen Mentalitätswandel der Lebensmittelhersteller und -händler zurück. „Es ist eine Zunahme der Rückrufe zu verzeichnen, weil die Zahl der vorsorglichen Rückrufe zugenommen hat und die Hersteller sensibler reagieren”, sagte Axel Haentjes vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels dem Tagesspiegel. “Im Schnitt kann man fast jeden zweiten Tag mit einem Rückruf rechnen”. Die Lebensmittelhersteller und –händler hätten keine Angst vor einem Imageschaden, betonte der Leiter der Abteilung Lebensmittelrecht. “Es gibt keine Zurückhaltung vor Lebensmitteln zu warnen, wenn diese nicht sicher sind.”


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